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St. Francis Referral Hospital - Ifakara

Das St. Francis Hospital ist eine non profit Organisation und Eigentum der römisch-katholischen Diözese Ifakara und erfüllte, basierend auf einem Vertrag mit der Regierung, bis vor kurzem die Aufgaben eines Distrikt – Krankenhauses. Es war verantwortlich für die medizinische Versorgung der Distrikte Kilombero und Ulanga, ein Einzugsgebiet mit ca. 800.000 Einwohnern und einer Fläche, die ungefähr der Größe der Schweiz entspricht.

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Am 28.06.2010 hat der Gesundheitsminister Prof. David Mwakyusa das St. Francis Hospital zum Referral Hospital für die gesamte Region Morogoro ernannt. Es ist somit eines von 9 Referral Hospitals Tansanias. Das bedeutet, dass die Krankenhäuser der umgebenden Bezirke, die nicht über die nötige Ausstattung verfügen und daher gewisse Patienten nicht entsprechend behandeln können, diese in Zukunft nach Ifakara schicken werden. Damit hat sich das Aufgabengebiet des St. Francis Hospitals stark erweitert, und alle Verantwortlichen im Krankenhaus sind mit großen neuen Herausforderungen konfrontiert.

Das Krankenhaus ist Lehrkrankenhaus für das "St. Francis University College of Health and Allied Sciences (SFUCHAS)", für das "Tanzanian Training Centre for International Health (TTCIH)" und für die "Ifakara School of Nursing". Weiters ist es Forschungskrankenhaus für das "Ifakara Health Institute (IHI)". Es beherbergt viele Medizinstudenten aus verschiedenen Ländern aller Kontinente, die hier ihr Praktikum absolvieren können.
Weiters ist es anerkannt als "World Health Organisation (WHO) Collaborating District Hospital".

Gliederung nach europäischem Vorbild

St. Francis Hospital aus der Vogelperspektive

Die Planung des neuen Krankenhauses erfolgte auf Initiative des damaligen Erzbischofs Rt. Rev. Edgar Maranta durch Dr. Karl Schöpf selbst. Sein Ziel war es, ein modernes Krankenhaus europäischen Zuschnittes zu errichten. Daher ist die Architektur einerseits, dem tropischen Klima entsprechend, nach allen Seiten hin hell, offen und luftig angelegt, mit großen Fenstern, breiten Terrassen vor den einzelnen Stationen und großzügigen Rasenflächen zwischen den Gebäuden. Andererseits entspricht die funktionale Gliederung in ihrer Logik ganz dem europäischen Vorbild.



Haupteingang mit wehender Tiroler Fahne



Die Anlage ist ebenerdig, bis auf zwei einstöckige Gebäude an den Enden der zentralen Längsachse, die durch einen breiten, nach beiden Seiten hin offenen und überdachten Gang gebildet wird.



Von diesem Gang aus (siehe obiges Foto) sind nach rechts und links die einzelnen Stationen erreichbar. Im Erdgeschoss des vorderen Gebäudes befindet sich der Haupteingang – im ersten Stock sind Verwaltung und Direktion untergebracht, im hinteren Gebäude befinden sich eine Küche, die Bibliothek, die Apotheke, die Krankenhauskapelle und Verwaltungsbüros der Universität.

Die Fundamente des ganzen Spitals sind mehr als einen halben Meter höher als die Rasenflächen angelegt, um zu gewährleisten, dass auch bei heftigen Gewittern während der Regenzeit Überflutungen ausgeschlossen sind. Schließlich sind auch alle wichtigen Verbindungen überdacht.



Die Untergliederung der Abteilungen

Das St. Francis Hospital verfügt über 371 Betten und gliedert sich in die Abteilungen: Chirurgie, Innere Medizin, Gynäkologie und Geburtshilfe, Kinderheilkunde, Chronische Erkrankungen, Intensivstation, Augenheilkunde. Dazu gibt es Ambulanzen und Stationen für Tuberkulose, HIV/Aids, Zahnheilkunde, Physiotherapie, Ergotherapie, Psychiatrie, Lepra, sowie ein Labor, eine Röntgenabteilung und - eine in Europa nicht vorstellbare Besonderheit: ein eigenes Labor zur Herstellung von Infusionen.

Verbandwechsel auf der chirurgischen Station

Die Patientenzahlen sind beeindruckend:

Die ambulanten Patienten werden im sogenannten „Out Patient“ Departement (OPD), einem dem Krankenhaus vorgelagerten, eigenen Gebäude versorgt. Hier sind auch Spezialambulanzen für Augenerkrankungen, Hautkrankheiten und chronische Erkrankungen, wie Tuberkulose und HIV/AIDS untergebracht.

Im Out Patient Department (OPD) werden jährlich ambulant ca. 120.000 Patienten behandelt. Die Zahl der stationären Patienten pro Jahr liegt bei 16.500. Die Zahl der Geburten beträgt ca. 5.000 pro Jahr.

Dieser immensen Zahl von Patienten sei die Anzahl der Ärzte gegenübergestellt (Stand 2018):


Die Leitung des Krankenhauses:

Das Führungsgremium des Krankenhauses ist der „Board of Governors“ (BOG). Er besteht zur Hälfte aus Vertretern der Diözese Ifakara und Mahenge und zum andern Teil aus Repräsentanten der Regierung und des Krankenhauses. Den Vorsitz führt Rt. Rev.Bischof Salutaris Libena.



Unsere Obfrau Christine Schennach wurde als Vertreterin unseres Vereins am 25.11.2015 von Bischof Salutaris Libena in den Board of Governors berufen, eine große Anerkennung für unsere Arbeit.





Der Bischof der Diözese Ifakara, Rt. Rev. Salutaris Libena





Die Tagesgeschäfte erledigt ein vierköpfiges Führungsteam:

der Generaldirektor Dr. Fr. Winfried Gingo

der ärzliche Direktor Dr. Anthony Magoda

der Administrator Mr. Onesmo Ngenzi,

und der Leiter des Pflegedienstes Mr. Meshak Lubeleje

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Die Finanzierung:

Das Krankenhaus wird von der tansanischen Regierung und der Diözese Ifakara kofinanziert. Die laufenden Kosten, wie Grundgehälter und Medikamente, trägt die Regierung. Die Erhaltung der Gebäude und Investitionen, wie Kauf neuer Geräte und auch Gehaltszulagen, fallen in den Verantwortungsbereich der Diözese. Eine wichtige Einnahmequelle ist ein Selbstbehalt, den die Patienten für den Aufenthalt, Behandlungen und Medikamente bezahlen müssen. Dieser macht gut 36% der Einnahmen des Krankenhauses aus. Allerdings sind sehr arme Leute vom Selbstbehalt befreit!



Dieses Finanzierungsmodell klingt in der Theorie gut, in der Praxis funktioniert es leider nicht.

...brennende Probleme

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